15.10.2019

Wenn Jakob Jakob spielt


"Als ich klein war, hat mein Vater Handpuppen mitgebracht. Damit habe ich immer sehr gerne gespielt", sagt Jakob Meier. Am 24. November bringt er im Puppentheater "Plappermaul" die Rolle des Jakobs auf die Bühne. Foto: Hentschel

Von Sophie Krischa

Heidelberg. Er zieht sich die umfunktionierte schwarze Socke über den Arm, dann wird die Handpuppe darauf gesetzt. Mit viel Fingerspitzengefühl lässt er sie anschließend über die Bühne des "Plappermaul" tanzen. Dieses Wochenende beginnt der neue Spielplan in dem Puppentheater - ab dem 24. November hat dann auch der 13-jährige Jakob Meier seinen ersten großen Auftritt: Er spielt die Rolle des Jakob, dem Glückskind in dem Stück "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren".

Jakobs Interesse am Puppenspiel wurde schon früh geweckt: "Als ich klein war, hat mein Vater Handpuppen mitgebracht. Damit habe ich immer sehr gerne gespielt", verrät er. Peter Meier, Jakobs Vater, ist Zweiter Vorsitzender und schon seit vielen Jahren ehrenamtlicher Puppenspieler im "Plappermaul". Durch ihn lernte Jakob das Handwerk kennen und lieben. Eher aus Scherz habe er seinen Vater gefragt, ob er denn auch einmal in einem Stück mitspielen könne.

Aus Spaß wurde schnell Ernst: Sein Vater schlug die Idee kurzerhand Simone und Winfried Hildenbeutel, Schatzmeisterin und Erster Vorsitzender des Puppentheaters, vor. "Als die Idee aufkam, Jakob in einem Stück mitspielen zu lassen, waren wir sofort begeistert. Wir kennen ihn ja schon länger und wissen, was für ein Typ er ist", erzählt Simone Hildenbeutel. Spaß am Puppenspielen allein reicht jedoch nicht aus, um erfolgreich an einem Stück mitzuwirken. Winfried Hildenbeutel erklärt: "Zum Puppenspielen gehört viel mehr, als man denkt. Man muss natürlich das nötige Talent haben, was Aussprache und Schauspielerei angeht. Aber darüber hinaus braucht es auch viel Training für den Arm, das hält man sonst nicht durch."

Vor all diesen Anforderungen scheut sich Jakob nicht. Selbst nach einer dreistündigen Probe verliert er nicht die Lust: "Ich könnte auch noch länger üben. Das ist für mich keine Pflicht, sondern Spaß", meint er. Und das alles trotz seines eng getakteten Zeitplans: Neben der Schule - er besucht die achte Klasse der interkulturellen Waldorfschule Mannheim - ist Jakob bei den Pfadfindern, Mitglied im Zirkus "Paletti" und spielt auch noch Gitarre.

Immer als tatkräftige Unterstützung an seiner Seite: die Familie. "Die findet toll, was ich mache und hilft mir bei jedem Schritt", erzählt Jakob. Mit seinen Freunden in der Schule unterhalte er sich zwar nicht oft über sein neues Hobby, bisher habe er aber auch dort nur positives Feedback bekommen. Das mache natürlich Mut. Denn gleich sein erstes Stück wird eine besonders aufwendige Produktion: Neben dem üblichen Programm gibt es hier Schattenspiele und Livemusik als besondere Effekte. "Ich kann mir noch nicht so richtig vorstellen, wie die Premiere dann wird. Aber nervös bin ich nicht, man sieht von mir ja ohnehin nur die Puppe an meinem Arm", meint Jakob.

Dass sein "Jakob" nun den gleichen Namen trägt wie er, ist Zufall. Die Ähnlichkeit der beiden kommt ihm jedoch trotzdem zugute: "Es ist mir leicht gefallen, mich mit meiner Rolle zu identifizieren. Auch wenn ich immer wieder merke, dass ich sie noch nicht ganz übernommen habe. Das braucht aber einfach noch etwas Zeit." Genau wie die Textsicherheit. An der hapere es noch etwas, so Simone Hildenbeutel. Dennoch sei das Talent des jüngsten Puppenspielers in der Geschichte des Plappermauls unverkennbar. "Jakob ist einfach klasse!", sind sich die Hildenbeutels einig.

Info: Das Stück "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" wird am Sonntag, 24. November, um 14 und 16 Uhr im Puppentheater Plappermaul, Steinhofweg 20, gezeigt.

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